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Jubiläum in der Bahnhofsmission

70 Jahre Bahnhofsmission in Ingolstadt

Am 25.Juli feierte die Bahnhofsmission Ingolstadt ihr 70jähriges Jubiläum. Unter den Augen von vielen Gästen, Ehrenamtlichen, Mitarbeitenden und Reisenden begannen wir mit einem ökumenischen Gottesdienst direkt am Gleis. Die Lautstärke der durchfahrenden und auch wartenden Züge konnte den begleitenden Kinderchor nichts anhaben. 

NAch dem Gottesdienst wurde das Kunstprojekt "Wanderbank" von der Referentin von INVIA, Frau Gappa-Langer, eröffnet. Die Wanderbank stand an vielen Bahnhöfen in Bayern, immer begleitet von einer "Geschichtenerzählerin", die die Berichte von Besuchern der Bahnhofsmission literarisch aufgearbeitet hat.

Einen Blick auf die Geschichte gaben die beiden Leiterinnen der Bahnhofsmission dem interessierten Gästen.

1894 wurde die erste deutsche evangelische Bahnhofsmission in Berlin gegründet.

Daraufhin folgte im Jahr 1897 die erste katholische Bahnhofsmission in München.

Das Ziel der Bahnhofsmissionen war, junge Frauen und Mädchen im ausgehenden 19. Jahrhundert, vor Ausbeutung und Prostitution zu schützen sowie ihnen Arbeit und Unterkunft zu vermitteln.

1910 fand die Gründung der „Konferenz für Kirchliche Bahnhofsmission“ statt. Durch das gute Miteinander und den gemeinsamen Zielen kam es zu ihrer Gründung, welche die älteste ökumenische Struktur  auf dem Gebiet der offenen sozialen Arbeit darstellt.

Am 01.Oktober 1948 wurde gegenüber der Anton Kirche eine Baracke von der Caritas aufgestellt.   

In zwei Schlafsälen, einer Küche und einem Büro fanden bereits im ersten Jahr 10.000 Flüchtlinge und Heimkehrer einen Ort, wo sie essen und schlafen konnten.

82.000 Menschen konnte bis 1957 Hilfe zuteil werden. Im Oktober des Jahres 1957 wurde die Baracke abgebaut und im gleichen Jahr zog man in einen Raum des neu gebauten Hauptbahnhofes in Ingolstadt ein. Seit dem Jahr 1960 befindet sich die Ingolstädter Bahnhofsmission in ökumenischer Trägerschaft von Caritas und Diakonie.

Im Laufe der Jahrzehnte veränderte sich die Arbeit der Bahnhofsmission. In Zeiten der wirtschaftlichen Stagnation, vor allem Anfang der 70er Jahre, suchten viele Wohnungslose  und Menschen, die in Ingolstadt Arbeit finden wollten, die Bahnhofsmission auf.        

Ab Mitte der 80er fanden immer mehr Spätaussiedler oder Ausreißer aus sogenannten „Drückerkolonnen“ Rat und Hilfe. Heutzutage ist die Ingolstädter Bahnhofsmission vor allem Anlaufstelle für Reisende, die unterwegs in Schwierigkeiten geraten sind, sowie ein Bindeglied für hilfe- und ratsuchende Menschen, die an soziale Fachdienste weiter vermittelt werden.

Ein weiterer Schwerpunkt sind die Reisehilfen an den Bahnsteigen, die von den derzeit 17 ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, geleistet werden.

Desweitern können Hilfesuchende bei einem Aufenthalt in der Bahnhofsmission mit  Verpflegung und Notkleidung versorgt werden.